Die deutschen Kabelnetze haben in den vergangenen 35 Jahren Technikgeschichte geschrieben – und vor allem in den letzten zehn Jahren eine bewegte Branchengeschichte erlebt. Eine kurze Übersicht zu wichtigen Stationen der Tele Columbus Gruppe, ihren Vorgängerunternehmen und des Kabels insgesamt.
1972: Erste Kabel-Versuchsnetze werden von der Bundespost in Hamburg und Nürnberg eingerichtet, Ziel ist die Versorgung von Wohnungen innerhalb von Funkschatten. Übertragen werden 12 Programme.
1972: Die spätere Tele-Columbus-Tochter ewt wird gegründet.
1974: Bundeskanzler Willy Brandt setzt eine Expertenkommission ein, die Optionen für eine großflächige Verkabelung prüfen soll, um eine höhere Zahl von Fernsehkanälen zu ermöglichen.
1976: Die Kommission empfiehlt, zunächst an vier ausgewählten Standorten – Berlin, Dortmund, Ludwigshafen und München – Pilotprojekte durchzuführen. Die Finanzierung der Projektkosten von 140 Millionen Euro führt zu politischem Streit.
1978: Die Ministerpräsidenten der Länder beschließen die Durchführung von Kabelpilotprojekten und einigen sich über die Finanzierung.
1983: Nach dem Regierungswechsel in Bonn treibt Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling den Bau von Kabelnetzen voran. Außerdem fällt die Entscheidung, der Bundespost die Signalverteilung bis zu den Gebäuden (Netzebene 3) zuzuweisen und die Hausverkabelung (Netzebene 4) durch regionale Unternehmen durchführen zu lassen.
1984: In Ludwigshafen wird das erste Kabelpilotprojekt gestartet. Der Fernsehsender Sat1 beginnt hier seinen Betrieb.
1985: Die Tele Columbus GmbH wird als Tochter der Schweizer Motor AG gegründet.
1988: Die Zahl der anschließbaren Haushalte erreicht die 10-Millionen-Marke.
1990: Tele Columbus versorgt 160.000 Haushalte.
1991: Die Zahl der tatsächlich angeschlossenen Haushalte erreicht die 10-Millionen Marke. Tele Columbus hat Vereinbarungen mit der Wohnungswirtschaft für den Anschluss von einer Million Haushalte, 370.000 Anschlüsse sind davon bereits realisiert.
1994: Die VEBA AG kauft Motor Columbus, das Unternehmen wird als Tochter der Vebacom geführt. In der Folge werden mehr als 20 weitere Kabelbetreiber der Netzebene 4 übernommen.
1995: Der DVB-C-Standard zur digitalen Signalübertragung im Kabelnetz wird entwickelt.
1997: ewt übernimmt das Fernsehkabelgeschäft von Siemens
1997: Tele Columbus übernimmt die Urbana-Gruppe
1999: Das Breitbandkabel-Geschäft wird aus der Deutschen Telekom ausgegliedert. Der Verkauf der Netze an private Investoren soll auf Basis von Großregionen erfolgen.
1999: Die Deutsche Bank übernimmt Tele Columbus.
2000: Ein Tele-Columbus-Tochterunternehmen in Bochum ermöglicht erstmals Telefonie über das Breitbandkabel. Im Rahmen von „Infocity“ wird auch Internet via Kabel angeboten.
2003: Die Deutsche Bank gibt Tele Columbus mit inzwischen 2,3 Millionen Kunden an eine Investorengruppe ab.
2004: ewt übernimmt die MDCC in Magdeburg
2005: ewt übernimmt das Fersehkabelgeschäft von Bosch.
2005: Unity Media übernimmt Tele Columbus.
2005: Ein Konsortium aus namhaften Investmentfirmen und Banken gründet die Orion Cable GmbH als Tochter der Luxemburger Escáline S.a.r.l. und erwirbt die Mehrheit und später alle Anteile der ewt.
2006: Orion Cable übernimmt die Tele Columbus Gruppe von Unity Media; ein Teil der Gruppe geht an die Regionalbetreiber ish und KabelBW.
2007: Tele Columbus und ewt treten gegenüber den Kunden unter einem einheitlichen Markendesign auf, erweitern das Produktprogramm und ändern ihre Ausrichtung vom technisch orientierten Infrastrukturbetreiber zum kundenzentrierten Telekommunikationsdienstleister.
2008: Die Tele Columbus Gruppe kooperiert mit Eutelsat und entwickelt bei der Signalverteilung Eigenständigkeit gegenüber übergeordneten Netzebenen.
2008: 19,5 Millionen Haushalte in Deutschland nutzen den Kabelanschluss, das sind 54 Prozent aller Fernsehhaushalte. Das Kabel ist damit der mit Abstand wichtigste Verbreitungsweg für Fernsehen.